Einschlagende wandererlebnisse im Donau-Ries

Auf den Spuren eines Millionen Jahre alten Meteoritenkraters

Auf den Spuren eines Millionen Jahre alten Meteoritenkraters

Das Donau-Ries ist landschaftlich gesehen eine wirklich außergewöhnliche Region. Es zeigt sich als fast kreisrunder Kessel – in der Mitte flach und nahezu unbewaldet und rundherum mit bis zu 150 Meter hohen Erhebungen. Diese Form kommt nicht von ungefähr: Der Einschlag eines Meteoriten hat hier vor etwa 14,5 Millionen Jahren den am besten erhaltenen Krater Europas geformt, das Nördlinger Ries. Auf der fruchtbaren Riesebene wird vor allem Ackerbau betrieben. Umrahmt wird sie von der Schwäbischen und Fränkischen Alb. Die Vegetation wird dort von Mischwäldern und Wacholderheiden geprägt, die vielerorts von Schafen beweidet werden. Eine weitere Besonderheit des Donau-Ries sind seine Flüsse: die Donau, Wörnitz und der Lech bilden zusammen mit vielen kleineren Seen und Bächen das größte zusammenhängende Fließgewässer Süddeutschlands.

Ein Kessel voller Geschichte

Ein Kessel voller Geschichte

Heute zählt das Donau-Ries mit seinen unberührten Auenlandschaften und Urstromtälern zu den bedeutendsten Nationalen Geoparks Deutschlands. Die günstige Lage im fruchtbaren Rieskessel erkannten die Menschen schon in der Altsteinzeit, aber auch aus der Römer- und Alemannenzeit, dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit zeugen auch heute noch viele archäologische Funde und kulturell vielfältige Bauwerke.
Tipp: einen Blick vom "Daniel" riskieren!

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Heidewitzka!

Eine Menge Geschichte gibt es auch in den prachtvollen Städten im Donau-Ries zu entdecken, wie Harburg, Donauwörth oder Bopfingen. Ein besonderes Schmuckstück ist die mittelalterliche Stadt Nördlingen. Sie wird heute noch von Deutschlands einziger vollständig erhaltenen und rundum begehbaren Stadtmauer umrahmt. Ein Muss ist der Besuch der spätgotischen St.-Georgs-Kirche mit ihrem Glockenturm, der von den Einwohnern liebevoll „Daniel“ genannt wird. Auf dem „Daniel“ gibt es sogar heute noch einen Türmer, der abends seinen Türmerruf „So G'sell so“ über der Stadt ertönen lässt. Die vielseitige Rieser Geschichte lässt sich nicht nur in zahlreichen Museen, sondern auch auf den vielen Wanderwegen nachvollziehen, die durch den landschaftlich spannenden Kessel führen. Auf den nächsten Seiten haben wir drei Wanderungen zusammengestellt, auf deren Wegen die einzigartige Natur und Geschichte des Donau-Ries bestaunt werden können.

Heidewitzka!

 

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Der Schäferweg

Der Schäferweg Länge: 19 Kilometer, Gehzeit: 5,5 bis 6 Stunden

Bei dieser aussichtsreichen Tour durch den Geopark Ries wandeln wir auf den traditionsreichen Pfaden von Wanderschäfern und können mit eigenen Augen bestaunen, welche Formen der Einschlag eines Himmelskörpers hier in der Landschaft hinterlassen hat. Besonders markant sind die schönen Heidelandschaften, die von zahlreichen Schafherden abgegrast werden und uns mit grandiosen Weitblicken verwöhnen.

zum Hexenfelsen

Zum Hexenfelsen

Vom Parkplatz am Freibad Marienhöhe in Nördlingen aus starten wir nach Südosten zum Hexenfelsen, einer grauen Felsformation, an der im Mittelalter Hexenverbrennungen stattgefunden haben sollen. Der Weg leitet uns weiter zum Adlersberg mit seinen fossilreichen Riessee-Kalken. Entlang des Weges weisen uns Informationstafeln immer wieder auf geologische Besonderheiten in der Landschaft hin.

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Was ist eigentlich Suevit?

Was ist eigentlich Suevit?

Diese Gesteinsart ist ein Relikt des Rieser Meteoriteneinschlags. Benannt wurde es nach dem lateinischen Wort für Schwaben: suevia. Wenige Minuten nach dem Einschlag kühlte sich die Glutwolke aus verdampftem Gestein ab und fiel auf das Kratergebiet als Regen herab.

„Schwabenstein“

Schwabenstein

So entstanden bis zu 300 Meter dicke Suevit-Schichten. Dem „Schwabenstein“ begegnet man heute überall im Donau-Ries. Abgebaut wurde Suevit unter anderem am Steinbruch Altenbürg. Das hier gewonnene Gestein wurde vermutlich auch für den Bau der St. Georgskirche in Nördlingen verwendet.

Reimlinger Wäldchen

Reimlinger Wäldchen

Vorbei am Reimlinger Wäldchen gelangen wir zum Geotop Lindle, in dem es sich lohnt eine Runde zu drehen. Das nächste Highlight ist die Alte Bürg, von deren Burganlage nur noch die spätromanische Kapelle erhalten ist. Nur wenige Meter weiter stoßen wir auf den Suevit-Steinbruch Altenbürg. Beim Riegelberg können wir die Überreste eines römischen Gutshofes und die Ofnethöhlen bestaunen.

Utzmemmingen und Nähermemmingen

Utzmemmingen und Nähermemmingen

Archäologische Funde belegen, dass Menschen hier schon vor 40.000 Jahren Unterschlupf gefunden haben. Die nächsten Ziele sind Utzmemmingen und Nähermemmingen. Dann wandern wir entlang der Eger und biegen dann rechts ab nach Kleinerdlingen. Von hier aus geht es geradewegs zurück nach Nördlingen.

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Der Bockrundweg

Der Bockrundweg
Länge: 9 Kilometer, Gehzeit: 2,5 Stunden

Bei schönem Wetter ist diese Wanderung von Harburg hinauf zum Bockberg nicht nur erlebnis-, sondern auch wunderbar aussichtsreich.

Eine Wanderung, die Bock macht

Eine Wanderung, die Bock macht

Der Rundweg lässt sich perfekt mit einem Tagesausflug nach Harburg verbinden: Morgens nehmen wir uns den Wanderweg vor, mittags kehren wir ein und am Nachmittag erleben wir bei einer Führung die 900-jährige Geschichte von Schloss Harburg. Im Anschluss bleibt noch genug Zeit, um die Innenstadt Harburgs bei einem gemütlichen Spaziergang zu entdecken.

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Wir marschieren am unteren Burgparkplatz der Harburg los und machen uns auf den Weg in Richtung Bock. Rechts des Weges können wir am Waldrand des Hühnerberges den ehemaligen jüdischen Friedhof erspähen. Jetzt gelangen wir auf dem Rieskrater Planetenweg zur Aussichtsplattform der Station Pluto. Von hier aus hat man einen weiten Blick ins Nördlinger Ries hinein. Noch ein paar Höhenmeter müssen wir überwinden, dann erreichen wir das Gipfelkreuz des Bockbergs. Der Heidehügel befindet sich am südöstlichen Rand des Rieskraters und ist mit seinen 562 Metern eine der höchsten Erhebungen Nordschwabens. Nach dem Abstieg wandern wir gemütlich durch bunte Wälder und kommen an der Waldschänke Eisbrunn vorbei, die zur Einkehr einlädt. Auf dem Rückweg führt uns ein Feldweg direkt zum Schloss Harburg, die wir nun ausgiebig erkunden können.

 

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Erst der Rundweg, dann ein Rundgang

Erst der Rundweg, dann ein Rundgang

Bei einer 60-minütigen Führung durch die Harburg erhält man einen Einblick in die mächtige Schlossanlage mit ihrer barocken Schlosskirche St. Michael, dem Wasserturm, dem Wehrgang, den staufischen Bergfrieden, dem Fürstensaal
und vielen weiteren Sehenswürdigkeiten.

Der Keltenweg Länge: 15 Kilometer, Gehzeit: 4 Stunden

Der Keltenweg
Länge: 15 Kilometer, Gehzeit: 4 Stunden

Diese abwechslungsreiche Wanderung führt uns an den westlichen Riesrand, zum 668 Meter hohen Ipf. Zahlreiche Ausgrabungen zeugen von der bewegten Geschichte dieses Berges, der besonders in der Hallstattzeit, zwischen 750 und 450 v. Chr., ein Verkehrsknotenpunkt von überregionaler Bedeutung war. Aufgrund der vielen Funde wird der Ipf zu den frühkeltischen Fürstensitzen gezählt. Der Rundweg gibt uns einen spannenden Einblick in die Welt der Kelten, aber auch die Naturfreunde unter uns kommen hier nicht zu kurz.

Ausgangspunkt des Keltenweges ist das ehemalige Zisterzienserinnenkloster in Kirchheim am Ries. Wir passieren den herbstlichen Klostergarten und steuern auf das Reimersbergle zu. Die nächste Erhebung ist ein langer, felsiger Heidehügel, der Langenberg. Von hier sehen wir schon den Goldberg, den wir als nächstes besteigen. Das Besondere an ihm: Er war in fünf aufeinanderfolgenden vorgeschichtlichen Perioden besiedelt und ist geradezu eine archäologische Schatzkammer. Weiter geht’s auf schattigen Waldwegen zu einem rekonstruierten keltischen Grabhügel. Jetzt trennt uns nur noch der Heidehügel Schnittbühl vom Zeugenberg Ipf, der ein wichtiges frühkeltisches Machtzentrum war. Wir erreichen eine Freilichtanlage mit der Rekonstruktion eines keltischen Fürstenhofs, die 2015 eröffnet wurde und frei zugänglich ist. Nun sind wir fast am Ende der Tour angekommen und wandern über den Blasienberg zurück nach Kirchheim.

 

Tipp: Goldbergmuseum

Tipp: Goldbergmuseum

Am Goldberg lohnt es sich einen Abstecher in das 1,5 Kilometer entfernte Goldbergmuseum zu machen. Viele der am Goldberg ausgegrabenen Funde werden hier ausgestellt. Anhand zahlreicher Pläne und Rekonstruktionszeichnungen wird dem Besucher eindrucksvoll dargestellt, wie unsere Vorfahren hier gelebt haben.

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Stattliche Steine

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